WALKMENMORY
Die Entwicklung der Ausstellung war ein fortwährender Prozess der Veränderung. Der endgültige Titel Walkmenmory entwickelte sich aus Walkmem(mory) – einer chimärenhaften Verbindung des Walkman als emblematischem Namen für tragbare Kassettenabspielgeräte, Erinnerung und Modi der Nutzung. Mit dem Wechsel von „mem“ zu „men“ verschiebt sich der Fokus auf die kollektive Teilhabe der Besucher, während die Referenz an Erinnerung und ein prägendes Konsumprodukt erhalten bleibt.
Ausgehend von einer materialbasierten Praxis und in Anknüpfung an seine bisherigen Arbeiten mit 3D-Druck zerlegt Randy Yang obsolet gewordene Geräte und fügt ihre Fragmente zu neuen Konstellationen zusammen. Damit verknüpft er persönliche Erfahrungen in der Fremde mit einer Reflexion über gegenwärtige Transformationen in der Welt.
Städtische Infrastrukturen, museale Objekte, Straßenfunde, gebrauchte Elektronik vom Flohmarkt, Baumärkte und digitale Einkaufsplattformen bilden dabei den Fundus seiner Materialauswahl.
In Walkmenmory erscheinen mehrere umgearbeitete Kassettenapparate, die das Publikum auffordern, sie über Griffe in Bewegung zu setzen – als führe man ein Haustier spazieren oder ein Messinstrument. Durch die Drehung der Räder werden die Kassettenachsen angetrieben; das Magnetband läuft vorwärts oder rückwärts, abhängig vonTempo und Richtnung der Bewegung. Parallel dazu arbeiten die Tonköpfe im Modus gleichzeitiger Wiedergabe und Aufnahme: Flüstern, die Laute der Realität, hastige Schritte oder das elektrische Grundrauschen werden aufgezeichnet und über die vorhandenen Tonspuren gelegt.
So entstehen Schichtungen akustischer Fragmente, die auf den Prozess des Erinnerns referieren – ein fortwährendes Überschreiben durch gegenwärtige, lebendigere Eindrücke. Sobald diese Spuren nicht mehr vom Bewusstsein aufgegriffen werden, verbleiben sie als unvollständige Gespinste, die lediglich in Träumen hervortreten.