Maxine Weiss Nachwärme

25 April 2026 - 20 Mai 2026

Maxine Weiss knüpft mit der Installation „Nachwärme“ an ihre Artist Residency in Taipei im vergangenen Jahr an. Beeinflusst von aufgeheizten Straßen, fragmentierten Familiengeschichten, wartenden Fischern am Fluss, rankenden Pflanzen, gefliesten Gebäuden, gliederreichen Tieren und der klebrigen Süße von Bubble-Tea. In der Nachwärme dieser Begegnungen sammeln sich Arbeiten der letzten Jahre zu einer Szenerie, in der sich Körper verschieben, Orte in Objekte übergehen und Erinnerungen ihre Verlässlichkeit verlieren.

Der Ausstellungsraum erscheint dabei wie eine versiegelte urbane Fläche. Auf ihr sitzen drei Figuren auf Aluminiumstühlen, die scheinbar nur aus Beinen bestehen. Ihre Körper formen sich aus Pflanzensamen zu dichten, hybriden Gebilden, die gleichermaßen menschliche, tierische und insektenhafte Züge tragen. In einem Zustand zwischen Bewegung und Stillstand verharrend, wirken sie wie in einem Schwebezustand, wartend, in Limbo, ohne erkennbare Spannung oder Ziel, in einer entrückten Ruhe.

Vertraute Gegenstände erscheinen hier als Relikte, Spuren oder Erinnerungsträger und verschieben sich in ihrer Materialität und Zeitlichkeit. Aluminium- und Bronzegüsse von Meeresschwämmen und muschelartigen Formen dringen durch den Asphalt und holen das Meer in die Szenerie. Ein Trinkbecher aus Tapiokaperlen mutiert zu einem archäologischen Relikt, während mit Tackernadeln besetzte Sandalen zugleich wie alltägliche Schlappen und Fundstücke einer Rüstung wirken. Von einer Angel hängen Schlüssel, von denen niemand mehr weiß, welche Türen sie öffnen.

So entfaltet sich in „Nachwärme“ ein traumartiges Gefüge, in dem sich Erinnerungen, Materialien und Erfahrungen überlagern. Unterschiedliche Orte, Zeiten und Eindrücke verdichten sich zu einem eigenständigen Raum, der gleichermaßen aus persönlichen Erinnerungen wie aus den kontinuierlichen Einflüssen eines weltweit vernetzten Lebens entsteht.





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